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Diese Faktoren machen gute Recruiting Videos aus – Tipps und Best Practice Beispiele

Recruiting Videos

„Video is king“ – diese Aussage treffen immer mehr Marketingexperten. Visuelle Inhalte können schneller verarbeitet werden und erfordern weniger Aktion des Zuschauers. Dass das Recruiting enger mit dem Marketing verbunden ist als man auf den ersten Blick denken mag, ist ebenfalls kein Geheimnis mehr. Auch potenzielle Bewerber müssen – wie im Marketing – erreicht und vom Produkt, dem Arbeitgeber, überzeugt werden. Viele Unternehmen setzen dementsprechend Videos in ihrer Recruiting Strategie ein, um Bewerber von sich zu überzeugen. Für viele ist dieses Thema jedoch noch Neuland. Welche Arten von Recruiting Videos gibt es? Wie werden sie erfolgreich? Was macht einen guten Recruiting Film überhaupt aus? Wir möchten in diesem Beitrag Antworten auf all diese Fragen geben. Außerdem finden Sie Tipps zur Produktion eines erfolgreichen Recuiting Videos und Best Practice Beispiele.

Inhalt

Recruiting Videos

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Warum überhaupt Recruiting Videos?

Für den Einsatz von Recruiting Videos gibt es zahlreiche Gründe. Ob es sich dabei um einen Imagefilm, Mitarbeitervideos, oder Interviews handelt, ist unerheblich. Denn grundsätzlich geht es bei Recruiting Videos darum, Kandidaten mit dem Film davon zu überzeugen sich beim Unternehmen zu bewerben. Warum auch Sie Videos im Recruiting einsetzen sollten?

1. Employer Branding

Videocontent lässt sich optimal in die Employer Branding Strategie einbauen. Bei vielen Unternehmen gehört das Thema bereits zum Standard. Auf der Karriereseite, in sozialen Medien oder auch optional in manchen Jobbörsen – Möglichkeiten zum Einsatz von Videocontent gibt es zahlreiche. Die Verwendung zeigt nicht nur eine gewisse Digitalkompetenz, sondern kann auch deutlich komprimierter als viele Texte darstellen, was die Arbeitgebermarke ausmacht.

2. Authentizität

Ein gut gemachtes Recruiting Video stellt das Unternehmen sehr authentisch dar. Wichtig ist, dass es sich dabei nicht um ein Werbe- oder Imagevideo für das Unternehmen handelt, wie viele Arbeitgeber fälschlicherweise glauben. Stattdessen sollen Recruiting Videos einen authentischen Einblick in das Unternehmen als Arbeitgeber, die Kultur, den Alltag und die Arbeitsatmosphäre geben. Benefits sollen natürlich trotzdem hervorgehoben werden – nur anders als klassische Werbebotschaften.

3. Generation Y und Z

Der Fachkräftemangel und der daraus resultierende War for Talents macht vor kaum einer Branche Halt. Um neue, junge Mitarbeiter zu finden und zu überzeugen, sind entsprechende Maßnahmen nötig. Die Generationen Y und Z zählen größtenteils zu den Digital Natives. Sie sind mit digitalen Inhalten aufgewachsen und erwarten eine entsprechende Kompetenz auch von ihrem potenziellen Arbeitgeber. Recruiting Videos können dabei ein wichtiger Faktor sein.

4. Social Media

Soziale Medien werden für das Recruiting immer wichtiger. Bewerber wünschen sich eine digitale Präsenz des zukünftigen Arbeitgebers. Dazu gehören auch Plattformen wie Instagram, Facebook oder Twitter – je nach Branche. Diese Plattformen setzen nachweislich immer stärker auf visuellen Content. Posts mit Bild oder Video werden deutlich häufiger ausgespielt als reine Text-Posts. Um Follower und potenzielle Interessenten zu erreichen, ist visueller Content unumgänglich.

5. Wissenschaft

Auch die Wissenschaft liefert Gründe für Recruiting Videos. Natürlich nicht konkret für dieses Thema, aber für visuellen Content. Denn visuelle Inhalte können von unserem Gehirn besser verarbeitet werden als Texte. Der Prozess des Lesens ist für unser Gehirn deutlich komplexer als der des Konsums von Bildern oder einem Film. Entsprechend ist es schwieriger, sich auf Texte zu konzentrieren und die Aufmerksamkeitsspanne ist kürzer als bei visuellen Inhalten.

Gibt es unterschiedliche Arten von Recruiting Videos?

Grundsätzlich ist jedes Recruiting Video individuell. Jeder Film muss individuell geplant, konzipiert und erstellt werden. Dennoch gibt es Unterschiede in der Darstellungsform und den Inhalten. Recruiting Videos müssen nicht mehr mehrere Minuten lang sein. Ganz im Gegenteil – zu lange Videos haben langsam, aber sicher ausgedient. Der Trend geht immer stärker hin zu kurzen, knackigen Inhalten, die in maximal einer bis zwei Minuten die wichtigsten Fakten aufgreifen. Erklären lässt sich diese Entwicklung durch Plattformen wie TikTok oder Reels bei Instagram, die große Erfolge einfahren.  

Employer Branding / Imagefilm

Das Employer Branding Video ist das klassische Recruting Video, das über mehrere Minuten geht und das Unternehmen umfangreich vorstellt. Wie bereits erwähnt, geht der Trend immer stärker weg von dieser Form des Video Contents. Dennoch ist es sinnvoll, einen Imagefilm des Unternehmens zu erstellen, das beispielsweise auf der Karriereseite einen umfassenden Überblick geben kann. In einem solchen Video sollten sowohl der Arbeitsplatz und die Mitarbeiter gezeigt werden, aber auch Informationen über die Unternehmenskultur authentisch dargestellt werden. Wichtig ist, dass es sich bei einem solchen Video nicht um einen Werbefilm für Ihre Marke handelt, der auch Kunden überzeugen soll. Die Zielgruppe ist ganz klar definiert auf potenzielle Bewerber.

Storytelling

Immer häufiger sieht man Videos, die eine kurze Geschichte erzählen. Ob es dabei um den Arbeitstag eines Mitarbeiters geht, um den Bewerbungsprozess eines Kandidaten oder um ein spannendes Projekt, das in einem konkreten Job bearbeitet wird – die persönliche Geschichte ist das, was Bewerber überzeugen soll. Storytelling soll Emotionen auslösen und dafür sorgen, dass der Zuschauer sich mit dem Protagonisten identifizieren kann. Diese Elemente sorgen beispielsweise im Marketing dafür, dass die emotionale Ebene für Kaufentscheidungen erreicht wird. Wer sich mit einem Mitarbeiter des potenziellen neuen Arbeitgebers identifiziert, ist schneller gewillt, sich zu bewerben.

Interviews

Auch Interviews sind häufig genutzte Formen in Recruiting Filmen. Ein Mitarbeiter wird zum Beispiel über seinen Alltag befragt, welche Punkte ihm an seinem Arbeitgeber besonders gefallen, welche Projekte er bearbeitet. Auch diese Videos verfolgen das Ziel, dass potenzielle Bewerber sich besser mit dem Unternehmen bzw. mit seinen Mitarbeitern identifizieren können. Wichtig ist hier, authentisch zu bleiben. Ist ein Interview gescripted, fällt das meist auf. Möchten Sie ein Interview veröffentlichen, lassen Sie die Mitarbeiter spontan antworten. 

Unterhaltung

Besonders, wenn es darum geht, erst einmal die Aufmerksamkeit potenzieller Bewerber zu erhalten, sollten Recruiting Videos auch einen Unterhaltungsfaktor bieten. Dabei darf die Darstellung ruhig selbstironisch sein. Zeigen Sie Mitarbeiter im Büro bei einem Bürostuhlrennen oder greifen Sie Klischees zu Ihrer Branche auf. Ein solches Recruiting Video erfordert jedoch definitiv eine Portion Mut, hat aber auch entsprechend großes Potenzial, viral zu gehen.

Was macht ein gutes Recruiting Video aus?

Es ist zielgruppengerecht

Der wichtigste Faktor in der Planung eines Films im Recruiting ist die Definition der Zielgruppe. Die richtige Ansprache der potenziellen Bewerber kann je nach Branche, Alter und Hierarchie stark variieren. Auch der Kanal, über den Inhalte veröffentlicht werden sollen, kann dabei eine Rolle spielen. Möchten Sie Kandidaten über Instagram erreichen, sollten Sie sie anders ansprechen als über LinkedIn.

Es ist authenthisch

Für die Umsetzung ist das Thema Authentizität besonders wichtig. Gescriptete Vorlagen für Interviews oder Mitarbeiter, die wie in einem Werbespot klingen, wirken schnell unauthentisch und damit unglaubwürdig. So kann ein Recruiting Video schnell das Image verschlechtern. Kein Bewerber erwartet ein perfektes Video – aber ein ehrliches.

Es ist professionell

Ein Recruiting Video sollte in jedem Fall professionell produziert werden. Ob das der Mitarbeiter macht, der privat regelmäßig Videos dreht und schneidet oder eine externe Agentur, ist unerheblich. Professionelle Ausrüstung mit entsprechender Kamera und Mikrofon sowie ein Programm zum Schneiden und Bearbeiten des Videos sind jedoch Pflicht. 

Es ist einfach

Fokussieren Sie sich bei Ihrem Recruiting Video auf die wesentlichen Faktoren. Zeigen Sie den Arbeitsplatz, berichten Sie vom Arbeitsalltag und zeigen Sie das Team. Dabei muss es nicht immer extrem kreativ sein – je nachdem können zu kreative Filme auch nach hinten losgehen. Recruiting Videos verfolgen das Ziel, einen Einblick zu geben. Nicht mehr und nicht weniger.

Es behandelt die richtigen Themen

Dass Ihr Unternehmen Projekte mit hohem Budget bearbeitet und bei Kunden ein exzellentes Image hat, mag für die Neukundengewinnung interessant sein, nicht aber für das Recruiting. In diesem Bereich sind Themen wie das Arbeitsklima, die Karrierechancen und die Work-Life-Balance von Interesse. Sprechen Sie im Recruiting Video Themen an, die wirklich für Bewerber relevant sind.

Wie produziert man ein gutes Recruiting Video?

Bei einem Recruiting Video sind die Planung und Konzeptionierung das A und O.  Ansonsten kann das Video schnell nach hinten losgehen und viel Geld ist verloren. Folgende Schritte sollten Sie bei der Produktion beachten.

1. Definition

Zuerst geht es darum, die Ausrichtung des Videos festzulegen. Soll es sich um ein Imagevideo (vom Unternehmen oder von einem konkreten Beruf) handeln oder um eine andere Art von Content? Wo soll der Fokus liegen? Auf dem Arbeitgeber, den Mitarbeitern oder der Arbeit selbst? Wen möchte ich mit dem Video erreichen? Potenzielle Auszubildende, Berufseinsteiger von der Uni oder Führungskräfte? Erst, wenn diese Fragen beantwortet sind, kann die Produktion beginnen.

2. Vorbereitung der Produktion

Die Planung ist nach der ersten Definition noch nicht abgeschlossen. Im nächsten Schritt geht es darum, das konkrete Video zu planen. Welche Inhalte sollen behandelt werden? Wer soll der Protagonist werden? Soll es mehrere Mitarbeiter zeigen oder nur einen? Auch einen Ablaufplan zu den Inhalten sollte es geben.

3. Der Videodreh

Ist alles geplant und vorbereitet, kann es endlich losgehen. Der Dreh des Recruiting Videos kann sowohl durch ein externes Unternehmen als auch durch einen internen Mitarbeiter erfolgen. Wichtig ist nur, dass die benötigten Kenntnisse vorhanden sind und das entsprechende Equipment wie Kamera, Mikro und Beleuchtung stimmen.

4. Nachbearbeitung des Videos

In diesem Schritt erfolgt die eigentliche Arbeit am Video. Der Schnitt und die Nachbearbeitung nehmen oft deutlich mehr Zeit in Anspruch als der Dreh selbst. Wurde der Dreh von einem Unternehmen durchgeführt, übernimmt dieses auch die Nachbearbeitung. Andernfalls sollte entsprechende Software genutzt werden. Besonders wichtig beim fertigen Video sind die ersten Sekunden – wie beim ersten Eindruck eines Menschen entscheiden diese Sekunden darüber, ob der Zuschauer weiterscrollt oder sich das Video ansieht.

5. Veröffentlichung des Videos

Ist das Video fertig geschnitten und bearbeitet, möchte man es am liebsten direkt mit der Welt teilen – verständlich, es steckt schließlich viel Arbeit dahinter. Dennoch sollten Sie auf den richtigen Zeitpunkt achten. Wenn Ihre Zielgruppe gerade die sozialen Medien nur selten nutzt, etwa wegen der Klausurphase an der Uni oder wegen eines Großevents wie der Fußball-WM, sollten Sie mit der Veröffentlichung noch warten. Grundsätzlich suchen um die Weihnachtszeit herum viele Menschen nach einem neuen Job, da sie Vorsätze für das neue Jahr haben.

Best Practice Beispiele – so funktioniert Recruiting mit Videos!

Zum Schluss möchten wir noch einige Beispiele von gelungenen Recruiting Videos vorstellen.

Sodastream – Selbstironie an der richtigen Stelle

Das Recruiting Video der Marke SodaStream ist eines der besten Beispiele für den Fokus auf Unterhaltung. Dennoch wird die Arbeitgebermarke und das, was sie ausmacht, hervorgehoben. Die bildliche Darstellung dazu ist entsprechend ironisch. Bewerber finden hier eine gute Mischung aus Information und Unterhaltung.

Polizei Berlin – Authentizität und Vielseitigkeit

In diesem Recruiting Video finden potenzielle Bewerber eine Art Cliffhanger, der dazu motiviert, das Video weiterzuschauen. Der erste Teil des Videos zeigt unterschiedliche Teams der Polizei, ist jedoch hinterlegt mit einem Erzähler, der genau diese Dinge nicht zeigen möchte. Es folgt ein Break und der eigentliche Fokus des Erzählers wird genannt: Vielseitigkeit und Authentizität.

Dropbox – unkonventionelle Elemente und Storytelling

Das Unternehmen Dropbox arbeitet mit Storytelling Elementen, die gleichzeitig auf eine unkonventionelle Art dargestellt werden. Durch Puppen im Muppet-Stil stellt Dropbox sein Team dar und sorgt dafür, dass Zuschauer nicht direkt weiterscrollen. Die Inhalte zu Dropbox als Arbeitgeber werden gleichzeitig herübergebracht – nur eben durch Puppen, anstatt durch Menschen.

Strato – Cartoon anstatt echte Menschen

Das Webhosting-Unternehmen begleitet einen Bewerber bei seinem ersten Arbeitstag. Dargestellt wird die Geschichte als eine Art Cartoon, interessante Punkte zum Arbeitgeber werden immer wieder eingeblendet. Mit diesem Recruiting Video zeigt Strato seine Employer Brand, verwendet gleichzeitig Storytelling Elemente zur Darstellung.

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