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Recruiting Kanäle: So erreichen Sie aktive und passive Kandidaten

passive Kandidaten

In der heutigen Zeit neue Mitarbeiter zu finden, ist nicht immer einfach. Die richten Portale finden und eigene Anzeigen mit der richtigen Strategie schalten, will gelernt sein. Oft melden sich schlicht zu wenig Bewerber auf Stellenanzeigen oder die Anzeige erhält gar nicht erst genügend Reichweite und geht im Dschungel der unzähligen Stellenportale unter. Alternativ suchen viele Unternehmen aktiv nach neuen Mitarbeitern, um nicht mehr nur passiv auf Bewerber zu warten. Auch in diesem Bereich gibt es zahlreiche Kanäle, die im Recruiting genutzt werden können und auch ihre Anwendung will gelernt sein. Meist führt schlussendlich ein Mix aus unterschiedlichen Methoden am schnellsten zum Ziel, die perfekte Besetzung für den offenen Job zu finden.

Welche Recruiting Kanäle es gibt, was es mit aktiven und passiven Kandidaten und aktiver und passiver Suche nach ihnen auf sich hat und welche Methoden sich wann eignen, erfahren Sie hier.

Inhalt

Passive Suche – aktive Kandidaten erreichen

Wir sprechen von passiver Kandidatensuche, wenn Arbeitgeber bei einer offenen Stelle darauf warten, dass Bewerber zu ihnen kommen. Meist geschieht das über das Schalten von Stellenanzeigen in unterschiedlichen Portalen, Multiposting oder Job Ads. Dadurch erreichen sie in der Regel nur solche Kandidaten, die gerade auf Jobsuche sind, die also aktiv nach einem neuen Arbeitgeber suchen. Kennt man seine Zielgruppe und die entsprechenden Portale, auf denen sie zu finden ist, sind aktive Kandidaten vergleichsweise einfach zu erreichen. Die Überzeugungsarbeit muss die Anzeige des Unternehmens leisten. Gute Stellen- und gegebenenfalls Werbeanzeigen sind von höchster Wichtigkeit im passiven Recruiting. Denn nur, wenn die Anzeige überzeugend ist, haben Sie die Möglichkeit, mit Interessenten ins Gespräch zu kommen.

Recruiting Kanäle für die passive Suche

Passive Kandidatensuche bedeutet nicht einfach nur, eine Anzeige zu schalten und abzuwarten, dass sich die richtigen Interessenten melden. Es gibt verschiedene Kanäle, die Sie bespielen können und sollten.

Stellenanzeigen schalten

Die erste und offensichtlichste Methode im Passive Sourcing ist das Schalten von Stellenanzeigen. Recherchieren Sie, welche Jobbörsen zu Ihrer offenen Position passen und veröffentlichen Sie dort Ihre Anzeige. Dabei sollten Sie darauf achten, die Stellenportale für jeden neuen Job neu auszusuchen bzw. zu überprüfen. Auch wenn Sie den Bauingenieur für Ihr Unternehmen sicherlich in einer Jobbörse für Ingenieure erreichen, sollten Sie diese Jobbörse bei der Suche nach der neuen Marketingleitung außen vor lassen. Die Verteilung der Schwerpunkte ist natürlich nicht in allen Fällen so klar wie in unserem Beispiel. Deshalb sollten Sie sich mit Ihrer Zielgruppe und denen der Jobbörsen auseinandersetzen.

Multiposting

Können oder wollen Sie sich nicht umfangreich mit den zahlreichen Jobbörsen und ihren Vor- und Nachteilen beschäftigen, gibt es eine gute Alternative: Multiposting. Anbieter von Multiposting schalten Ihre Jobanzeige mit nur einem Klick auf im Vorhinein abgestimmten Stellenportalen. Die umfangreiche Abstimmung mit den einzelnen Portalen entfällt also für Sie. Außerdem entsteht häufig ein Kostenvorteil, da Multiposting-Anbieter Rahmenverträge mit Jobbörsen vereinbaren.

Social Job Ads

Durch Social Job Ads erreichen Sie potenzielle Interessenten in ihrem privaten alltäglichen Umfeld – über Social Media. So funktioniert’s: Sie schalten eine Werbeanzeige bei Facebook, Instagram oder Twitter, die den Titel und die wichtigsten Angaben Ihrer offenen Position beinhaltet. Klicken Interessenten auf die Anzeige, gelangen sie zur vollständigen Stellenanzeige und können sich im besten Fall direkt darüber bewerben. Der Vorteil von Social Job Ads liegt klar auf der Hand. Die Bewerbung ist so unkompliziert wie möglich. Denn häufig scheitert eine Bewerbung am Zeitaufwand für den Interessenten.

Tipps für die passive Kandidatensuche

Die Recruiting Kanäle für die passive Kandidatensuche müssen Sie gezielt auswählen. Ist Ihre Stellenanzeige breit gestreut, erreicht aber schlussendlich nicht Ihre Zielgruppe, ist passives Recruiting nur ein Kostenfaktor ohne Erfolg. Diese Tipps helfen Ihnen, sich zurecht zu finden.

Zielgruppe definieren

Diesen Punkt sollten Sie im besten Fall schon erledigen, bevor Sie die Stellenanzeige erstellen. Welche Zielgruppe möchten Sie mit der Anzeige erreichen und in welchen Portalen ist diese Zielgruppe anzutreffen? Kennen Sie die Zielgruppe nicht, werfen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Geld zum Fenster raus. Während Sie digital Natives beispielsweise eher über Social Job Ads erreichen, erreichen Sie erfahrene Führungskräfte eher über klassische Jobbörsen wie Monster oder Stepstone.

Ansprechende Stellenanzeige

Die richtige Stellenanzeige ist das A und O im passiven Recruiting. Sie muss überzeugend sein, alle wichtigen Informationen enthalten und dem Bewerber klar kommunizieren, wie die nächsten Schritte aussehen. Außerdem sollte sie auf die Zielgruppe und auf die offene Position angepasst sein und ansprechend gestaltet sein.

Unkomplizierter Bewerbungsprozess

Die Candidate Experience ist im Recruiting besonders wichtig. Bewerber, die zu wenig Informationen haben oder sich schlecht betreut fühlen, neigen dazu, abzuspringen und sich für einen anderen Job zu entscheiden. Nutzen Sie soweit wie möglich einfache Prozesse für das Einreichen der Unterlagen und der weiteren Kommunikation zwischen Bewerber und Unternehmen.

Aktive Suche – passive Kandidaten erreichen

Aktive Kandidatensuche – oder auch Active Sourcing – beschreibt genau das Gegenteil zur passiven Suche. Unternehmen warten bei dieser Recruiting Methode nicht auf Bewerber, sondern gehen selbst aktiv auf potenzielle Mitarbeiter zu. So können auch passive Kandidaten erreicht werden. Das sind Arbeitnehmer, die gerade in einem festen Arbeitsverhältnis stehen und dementsprechend nicht aktiv nach einem neuen Job suchen. Sie sind meist besonders wertvoll, da sie im besten Fall in genau dem Job arbeiten, der beim suchenden Unternehmen besetzt werden soll. Im Active Sourcing gilt es, solche Kandidaten von einem Arbeitgeberwechsel zu überzeugen.

Recruiting Kanäle für die aktive Suche

Active Sourcing ist über viele verschiedene Recruiting Kanäle möglich, sowohl online als auch offline. Die meisten Recruiter suchen aber online nach passenden Profilen, um sie im Anschluss direkt anzuschreiben.

Karriereseite

Ein sehr wichtiger Punkt, der im Active Sourcing erstaunlich oft vergessen wird, ist die eigene Karriereseite des Unternehmens. Diese Seite ist das Aushängeschild für potenzielle Bewerber und kann immer als Link für weitere Informationen angegeben werden. Auf dieser Seite können Unternehmen die eigene Employer Brand darstellen, wichtige Informationen zum Arbeitgeber und zur Unternehmenskultur geben und einen Überblick über das Recruiting und die offenen Stellen geben. Die Karriereseite ist auch für Interessenten aus dem passiven Recruiting interessant, ist aber in jedem Fall auch ein aktiver Schritt in Richtung der Bewerber.

Soziale Medien

Die beliebteste Methode im Active Sourcing ist die Recherche und Kontaktaufnahme über Social Media. In erster Linie sind für Recruiter Netzwerke wie Xing oder LinkedIn interessant. Aber auch Facebook oder Instagram werden immer häufiger genutzt, um Talente zu finden und zu kontaktieren. Wichtig ist bei der Kontaktaufnahme, auf den Kandidaten einzugehen und keine Standardanschreiben zu verwenden. Das kommt nie gut an.

Messen und Veranstaltungen

Um offline aktiv nach Bewerbern zu suchen, eignen sich Messen und andere karriereorientierte Veranstaltungen. Dabei muss Ihr Unternehmen nicht einmal unbedingt einen eigenen Stand auf der Messe haben oder einen Vortrag als Arbeitgeber auf einer Karriereveranstaltung halten. Auch Besucher können auf Messen miteinander in Kontakt treten. Hier geht es hauptsächlich darum, Menschen kennenzulernen und sich ein Netzwerk aufzubauen. Denn mit einem großen Netzwerk ist Active Sourcing erfolgreicher.

Tipps für die aktive Kandidatensuche

Active Sourcing ist ein Handwerk, das gelernt sein will. Mit ein paar grundsätzlichen Tipps vermeiden Sie die größten Fettnäpfchen. Dennoch sollten Sie sich zusätzlich in die Thematik einarbeiten – beispielsweise mit unserem Active Sourcing Guide.

Im Internet präsent sein

Möchten Sie aktiv nach potenziellen Kandidaten suchen, sollten Sie in jedem Fall sichtbar sein. Zur Sichtbarkeit im Netz gehört eine professionelle Karriereseite, eine Social Media Präsenz und Präsenz auf Karriereportalen wie Xing und LinkedIn. So können Interessenten sich ein umfassendes Bild von Ihrem Unternehmen machen.

Kommunikation

Die richtige Kommunikation ist eine der größten Herausforderungen im Active Sourcing. Denn es geht hauptsächlich darum, überzeugend aufzutreten, ohne aufdringlich oder unprofessionell zu sein. Deshalb gilt: Infomieren Sie sich vor einer Kontaktaufnahme so gut wie möglich über Ihr Gegenüber und kommunizieren Sie offen und ehrlich. Das wirkt sich positiv auf die Candidate Experience aus.

Headhunter und Dienstleister

Fehlen Ihnen die Kapazitäten für den professionellen Aufbau der aktiven Kandidatensuche, können Sie auch einen Headhunter oder einen anderen Dienstleister beauftragen. Dieser nimmt Ihnen entweder den gesamten Prozess oder Teile davon ab und entlastet Sie. Sie können sich dann um alle anderen anfallenden Aufgaben im Recruiting kümmern und stoßen erst ab einem bestimmten Zeitpunkt zum Active Sourcing Prozess dazu.

Welche sind die sinnvollsten Recruiting Kanäle?

Sicherlich haben Sie sich beim Lesen des Artikels schon die Frage gestellt, die wir jetzt beantworten möchten: Welche Recruiting Kanäle sind die besten, womit bin ich am erfolgreichsten? Die Antwort ist ganz klar: Kommt darauf an. Und zwar auf Ihre Ausgangssituation im Recruiting, auf die offene Position und Ihre Kapazitäten.

Grundsätzlich lässt sich aber sagen: Ein Mix aus passiven und aktiven Recruiting Kanälen ist in den meisten Fällen am erfolgversprechendsten. Beispielsweise sollten Sie immer eine Stellenanzeige schalten und damit passiv den Versuch starten, die offene Position zu besetzen. Im besten Fall haben Sie das Glück, den perfekten Bewerber mit dieser Anzeige zu erreichen. Im aktiven Bereich gehört eine professionelle Karriereseite in jedem Fall zum Standardrepertoire. Denn diese Seite punktet nicht nur bei passiven Kandidaten, sondern auch bei den aktiven.

Die restlichen Aktivitäten im Recruiting sollten Sie von Ihren Kapazitäten und vom offenen Job abhängig machen. Angenommen, Sie suchen einen Vertriebsmitarbeiter, der im Außendienst für Bayern zuständig sein soll. Um eine breite Streuung zu erreichen, bietet sich das Multiposting Ihrer Stellenanzeige auf verschiedenen Stellenportalen an. Gleichzeitig können Sie eine Social Job Ad bei Facebook schalten, die nur in Bayern ausgespielt wird. Damit erreichen Sie potenzielle Bewerber, die schon am richtigen Standort leben. Sind im Recruiting-Team Kapazitäten frei, können Sie zusätzlich aktiv auf potenzielle Kandidaten bei Xing zugehen. Besonders Außendienstmitarbeiter sind oft für erste Gespräche offen. Fehlen die internen Kapazitäten, können Sie bei Bedarf einen Dienstleister beauftragen, der Kandidaten für Sie recherchiert und Ihnen nur solche liefert, die an weiteren Gesprächen mit dem Unternehmen interessiert sind.

Beim beschriebenen Beispiel steht Ihr Recruiting auf drei Beinen: Stellenanzeigen auf unterschiedlichen Jobbörsen, regionale Anzeigen über Social Media und aktive Suche nach potenziellen Kandidaten. Mit einem solchen Mix aus Recruiting Kanälen erhöhen Sie Ihre Chancen, die offene Stelle zeitnah zu besetzen.